Die Untersuchung der Atemzugvariabilität im Schlaf als potenzieller Biomarker eines prodromalen oder manifesten Parkinson-Syndroms durch Gegenüberstellung von Patienten mit REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Parkinson-Syndrom und Kontrollprobanden / von Franziska Zimmer

Inwiefern sich Atemzugvariabilität (AZV) im Schlaf als potenter Biomarker eines prodromalen oder manifesten Parkinson-Syndroms eignet, wurde in der Literatur noch nicht näher betrachtet. Ziel dieser Promotionsarbeit war es, die AZV im Schlaf, über die Erhebung des Variationskoeffizienten der Atemzugintervalle (VarK_AZI) ganzer Nächte, in den verschiedenen Schlafstadien an Patienten mit prodromaler Parkinsonerkrankung (RBD) und manifestem Parkinson-Syndrom (PS) im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden (K) zu untersuchen. In Zusammenschau aller Ergebnisse galt es anschließend, die Eignung der AZV im Schlaf als Biomarker zur Früherkennung eines PS oder einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) zu diskutieren. Hierfür wurden retrospektiv die Atemkanalsignale von 20 RBD-, 17 PS- und 20 gesunden Kontrollprobanden aus Polysomnographien kompletter Nächte mit DOMINO und LabVIEW „Atemstadium_64_sw“ bearbeitet und analysiert. Durch die Markierung von EOG-Ausschlägen während des REM-Schlafes in DOMINO konnte in der späteren Auswertung zwischen dem phasischen (pREM) und tonischen REM-Schlaf (tREM) differenziert werden. Die AZV der RBD-Probanden erwies sich in N2, die der PS-Patienten in N2 und N3 sowie die beider Gruppen im gesamten REM-Schlaf (pREM- und tREM-Schlaf) signifikant höher als die AZV der Kontrollprobanden. Die PS- und RBD-Studiengruppen unterschieden sich hinsichtlich der AZV in keinem Schlafstadium. Die erhöhte AZV im Schlaf könnte somit bereits ein frühes Merkmal einer PS-Erkrankung darstellen. Im pREM-Schlaf konnte nach Apnoedeletion die höchste Diskriminationsfähigkeit der AZV zwischen PS- und K-Gruppe mit AUC = 0,92 (95 %-Konfidenzintervall = 0,82–1; p < 0,001) festgestellt werden. Aufgrund dieser exzellenten Diskriminationsfähigkeit und ihrer hohen Spezifität stellt die AZV im Schlaf einen potenten, frühen diagnostischen Biomarker zur Erkennung eines Parkinson-Syndroms dar.

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Persons: Zimmer, Franziska [Author]; Bitter, Thomas [Degree supervisor]; Schwab, Matthias [Degree supervisor]; Oertel, Wolfgang H. [Degree supervisor]
Corporate Author: Friedrich-Schiller-Universität Jena [Degree granting institution]
Format: eBook
Language(s):German
Publication:Jena, [2021?]
Printing place:Jena
Dissertation Note:Dissertation, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2021
Type of content:Hochschulschrift
Related resources:Erscheint auch als Druck-Ausgabe: Die Untersuchung der Atemzugvariabilität im Schlaf als potenzieller Biomarker eines prodromalen oder manifesten Parkinson-Syndroms durch Gegenüberstellung von Patienten mit REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Parkinson-Syndrom und Kontrollprobanden
Notes:Tag der Verteidigung: 28.09.2021
Physical description:1 Online-Ressource (114 Seiten) : Illustrationen, Diagramme
DOI:10.22032/dbt.50263
URN:urn:nbn:de:gbv:27-dbt-20211109-102617-007